Ungarn, 9. April: In Budapest demonstrieren mehrere zehntausend GewerkschafterInnen gegen die Sparpolitik in Europa. Einem Aufruf des Europäischen Gewerkschaftsbundes (EGB) folgen nach eigenen Angaben etwa 50.000 Menschen aus 22 Ländern.
Der Protest findet zeitgleich mit dem Treffen der EU-FinanzministerInnen in der Nähe der ungarischen Hauptstadt statt. An ihre Adresse gewandt, kommentiert der EGB-Vorsitzende John Monks: „Die Minister sind in der Orthodoxie gefangen, dass es erst Leid geben muss, bevor es Wachstum für alle geben kann.“ Anstelle der vielerorts praktizierten Politik von Kürzungen und Entlassungen fordert der EGB unter anderem eine Finanztransaktionssteuer zur Bewältigung der Krisenfolgen.
Ungarische Gewerkschaften nutzen die Demonstration zur Kritik an der Sparpolitik von Premier Viktor Orban. Zudem bemängeln sie, die Rechtsregierung weigere sich, mit ihnen zu verhandeln. (Fotos hier)
Bereits am 24. März haben in Brüssel etwa 30.000 Menschen an einer EGB-Demonstration teilgenommen.