Langsame Renaissance des Protests

Irland, Juni 2010: Noch vor etwas mehr als einem Jahr schien der konservativen Regierung unter Premier Brian Cowen ein heißer Herbst bevor zu stehen. Anfang 2009 hatte Dublin eine der größten Demonstrationen seit Jahren erlebt. 120.000 Menschen zogen gegen die Krisenpolitik der Fianna Fáil durch die Hauptstadt. Doch die Proteste verliefen sich, ein geplanter Generalstreik wurde sogar abgesagt.

Mittlerweile bahnt sich eine langsame Wiederkehr des Protests an. So hat sich eine Right to Work Campaign gebildet. Sie wird von Arbeitslosen und GewerkschafterInnen getragen und veranstaltet regelmäßige Dienstags-Demonstrationen in Dublin. Right to Work wendet sich gegen Lohnkürzungen, die Erhöhung des Renteneintrittsalters und Einschnitte im Gesundheitswesen. Den Protest will sie auf eine breite Basis stellen:

Diese Kampagne will Solidarität aufbauen zwischen Arbeitslosen und GewerkschafterInnen, Community-AktivistInnen, Studierenden, migrantischen ArbeiterInnen, RentnerInnen und jenen, die sich für ökologische Arbeitsplätze einsetzen.

Erstmals in Erscheinung tritt die Right to Work Campaign am 11. Mai. 800 Menschen protestieren vor dem Parlament in Dublin, es kommt zu kurzen Auseinandersetzungen mit der Polizei, die am Eingang des Leinster House postiert ist. Eine Woche später ziehen am 18. Mai erneut 1.000 Menschen durch die Hauptstadt.

Vor dem Mansion House in Dublin, wo der Unternehmerverband IBEC sein Jahresdinner abhält, empfangen am 23. Juni 300 Menschen Premier Brian Cowen mit „Shame on You“-Rufen. Ein Mann wird festgenommen, als er versucht den Premier zu bespucken.

Auch an den geplanten Kürzungen im Gesundheitswesen haben sich wiederholt Proteste entzündet, so am 22. Juni in Dublin und am 25. Juni in Dundalk und Kilkenny.

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