Die Proteste dauern an


Italien, 26. Juli: Weltweit legen Italiens DiplomatInnen für einen Tag lang die Arbeit nieder. Betroffen sind 325 Botschaften, Konsulate, ständige Vertretungen und Kulturinstitute, die nur einen Minimaldienst bereitstellen oder gleich geschlossen bleiben. Laut der aufrufenden Gewerkschaft liegt die Streikbeteiligung bei 90 Prozent.

Das Sparpaket der Regierung Berlusconi sieht auch Einschnitte im diplomatischen Dienst vor. Beförderungen sollen künftig ohne Gehaltserhöhungen erfolgen. Konsulaten und Auslandsvertretungen droht ebenso die Schließung wie einigen Abteilungen im Außenministerium, dessen MitarbeiterInnen sich dem Streik anschließen.

In den Tagen zuvor haben weitere Berufsgruppen gegen die sozialen Einschnitte protestiert. Am 20. Juli heulen um 11 Uhr sechzig Sekunden lang die Sirenen der Löschfahrzeuge. Anschließend treten landesweit die Feuerwehrleute in einen vierstündigen Streik. Aufgerufen haben drei Gewerkschaften. Am 21. Juli demonstrieren mehrere tausende Angehörige der Sicherheitskräfte in Rom und veranstalten ein Sit-in vor dem Abgeordnetenhaus. Und in Bari gehen am 23. Juli etwa 10.000 Bäuerinnen und Bauern auf die Straße.

Unterdessen sind neue Studien zur Armut im Land veröffentlicht worden. Nach Zahlen des Instituts ISTAT haben im Jahr 2009 13,1 Prozent der Bevölkerung in relativer Armut gelebt. Die Folgen der Krise seien darin noch nicht sichtbar, schreibt der Corriere della Sera. Doch unter ArbeiterInnen und generell im Süden des Landes verschlechtere sich die Lage, vielen drohe der Absturz in die absolute Armut. Sie könnten sich damit zu jenen 5,2 Prozent der ItalienerInnen gesellen, die diesen Tiefpunkt schon erreicht haben.

Besonders hart trifft es die Jüngeren. Für die unter 25-Jährigen ist das Risiko der Arbeitslosigkeit drei Mal so groß wie für die 26- bis 74jähigen. Das berichtet La Repubblica unter Berufung auf den Jahresbericht des CNEL. Dem Gremium zufolge verfügen die Angehörigen dieser Altersgruppe obendrein weitaus öfter bloß über befristete Verträge als ältere ArbeitnehmerInnen.

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