Erfolgreicher Generalstreik


Spanien, 29. September: Erstmals seit acht Jahren treten die Beschäftigten in den Generalstreik. Premier José Luis Zapatero erlebt den ersten allgemeinen Ausstand seiner Amtszeit. Die Gewerkschaften mobilisieren damit gegen das massive Sparpaket seiner sozialistischen Minderheitsregierung. Außerdem wenden sie sich gegen eine Arbeitsmarktreform, die unter anderem weniger Kündigungsschutz vorsieht.

Laut den Gewerkschaften UGT und CCOO legen 10 Millionen Menschen die Arbeit nieder. Die Beteiligung rangiert bei 95 Prozent in der Energie- und Bauwirtschaft, bei 40 bis 60 Prozent im öffentlichen Dienst und bei 75 Prozent insgesamt. Durch den Generalstreik sei der Stromverbrauch um 17 Prozent gesunken. Die UGT, deren Mitglied Zapatero ist, spricht von einem „Erfolg bei der Beteiligung“ und fordert einen grundlegenden Kurswechsel. Die Regierung hingegen meint, der Tag sei „normal“ verlaufen und der Streik habe nur mäßigen Effekt gehabt.

Etwa 1,5 Millionen Menschen beteiligen sich an Demonstrationen im ganzen Land, allein in Madrid kommen laut Gewerkschaften 500.000 Menschen zusammen, 400.000 ziehen durch Barcelona, je 100.000 durch Valencia und Saragossa sowie 50.000 durch Sevilla.

An der spanisch-französischen Grenze bei Perthus-La Jonquera versammeln sich DemonstrantInnen aus beiden Ländern, laut Gewerkschaften kommen 2.000 Menschen zusammen.

In Madrid haben die Streikposten schon in der Nacht auf den 29. Aufstellung bezogen. Sie blockieren den Eingang zu Fabriken, Märkten und Busbahnhöfen. An einigen Orten geraten Streikende und Polizei aneinander, mehrere Menschen werden verletzt. Auch in Barcelona prallen beide Seiten aufeinander. Mehrere hundert AntikapitalistInnen liefern sich eine Straßenschlacht mit der Polizei, ein Einsatzfahrzeug brennt aus, mehrere Menschen werden festgenommen.

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2 Antworten zu Erfolgreicher Generalstreik

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