Erneut Proteste gegen historisches Sparpaket

Großbritannien, 10. November: Die bislang größte Demonstration gegen die Sparpläne der liberal-konservativen Regierung versammelt in London mehrere tausend Menschen. Studierende und DozentInnen protestieren gegen die angekündigte Erhöhung der Studiengebühren. Sie sollen auf 9.000 Pfund steigen und damit fast verdreifacht werden. Laut der National Union of Students (NUS) gehen etwa 50.000 Menschen auf die Straße.

Während des Protestzuges stürmen einige hundert DemonstrantInnen das Hauptquartier der regierenden Tories. Sie überwinden die Polizeiketten, dringen ins Foyer ein und entrollen Transparente auf dem Dach des Gebäudes. Mehrere Scheiben gehen zu Bruch. Bei Auseinandersetzungen mit der Polizei gibt es Verletzte auf beiden Seiten. (Fotos hier). Die NUS distanziert sich von der Aktion, kündigt aber weitere Proteste an, zu denen auch „gewaltfreie direkte Aktionen“ gehören können. Der Studierendenorganisation zufolge erwägen drei Tory-Abgeordnete, im Parlament gegen die geplante Erhöhung zu stimmen.

In den Tagen zuvor ist es mehrfach zu Streiks gegen die geplanten Sparmaßnahmen gekommen. So traten die Feuerwehrleute am 1. November in einen achtstündigen Ausstand. Einen weiteren für den 5. November geplanten 47stündigen Streik sagte die Gewerkschaft jedoch ab. Am 2. November legten die Beschäftigten der Londoner U-Bahn zum dritten Mal in zwei Monaten die Arbeit nieder. Sie wehrten sich damit gegen den geplanten Abbau von rund 800 Stellen. Und bei der BBC traten am 5. November die gewerkschaftlich organisierten JournalistInnen in einen 48stündigen Ausstand. Mehrere Radio- und Fernsehsendungen fielen aus oder mussten durch Wiederholungen ersetzt werden. Der Streik richtete sich gegen eine sender-interne Rentenreform. Die öffentlich-rechtliche BBC plant das Renteneintrittsalter für ihre Beschäftigten zu erhöhen und die Pensionshöhe zu begrenzen.

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