Die Jugend ohne Zukunft demonstriert

Spanien, 7. April: Wie zuvor im benachbarten Portugal kommt es zu einem über Facebook und Twitter organisierten Jugendprotest. Mehrere tausend Menschen gehen in zahlreichen Städten des Landes gegen prekäre Lebensverhältnisse auf die Straße. Aufgerufen hat eine Gruppe namens „Juventud Sin Futuro“, Jugend ohne Zukunft: „Ohne Wohnung, ohne Arbeit, ohne Rente, ohne Furcht“, heißt es auf einem ihrer Plakate. In Spanien ist seit Beginn der Krise die Jugendarbeitslosigkeit enorm gestiegen. Derzeit liegt sie bei rund 43 Prozent, das ist europäischer Rekord. Schon zuvor haben prekäre Lebensverhältnisse für viele Jugendliche zum Alltag gehört.

„Die bestausgebildete Jugend unserer Geschichte wird schlechter leben als ihre Eltern“, schreiben die InitiatorInnen in ihrem Manifest. Sie kritisieren, die Arbeitsmarktreform der sozialistischen Regierung schwäche die kollektive Verhandlungsmacht, begünstige befristete Verträge und führe zu lebenslanger Prekarität. Das kürzlich erhöhte Renteneintrittsalter mache es Jugendlichen zudem schwerer, eine Stelle zu finden. Überdies würden die neoliberalen Bildungsreformen die soziale Spaltung verstärken. Weiter heißt es: „Italien, Frankreich, Griechenland oder Island lehren uns, dass die Mobilisierung unumgänglich ist. Die arabische Welt zeigt uns, dass der Sieg möglich ist.“ Entstanden an der Uni in Madrid, stößt der Aufruf auch außerhalb der akademischen Welt auf Widerhall, sagen seine VerfasserInnen. Sie sehen sich nicht als SprecherInnen des Protestes.

Allein in Madrid gehen nach Angaben der VeranstalterInnen etwa 5.000 Menschen auf die Straße. Demonstriert wird auch in Barcelona, Murcia und weiteren Städten. (Fotos hier)

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